Mit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte 2012 und der Übergabe des Geländes an die Stadt Mannheim als Konversionsraum 2015 startete eines der größten städtebaulichen Projekte der Region. Auf einer Fläche von 144 Hektar - das entspricht in ungefähr der Größe der Mannheimer Quadrate - sind seitdem Wohnraum für ca. 7.770 Menschen (Ziel ca. 10.700), 2.200 Arbeitsplätze, aber auch neue Infrastruktur und einzigartige Architekturelemente geschaffen worden.
Wie hat sich Franklin seitdem entwickelt? Wie verändern sich Verkehr und Mobilität im Quartier? Was hat sich bei der Schul- und Stadtteilentwicklung bereits getan und welche Projekte stehen als Nächstes an? Was bewegt die Bewohner*innen des neuen Stadtteils derzeit am meisten? Bei unserer Fahrradtour haben wir markante Orte im Stadtteil besucht und die Themen gemeinsam mit den Teilnehmer*innen diskutiert. Neben unserer Fraktionsvorsitzenden Gabriele Baier und unseren Bezirksbeirät*innen aus Käfertal Yvonne Jacobi und Matthias Pitz waren Bildungsbürgermeister Dirk Grunert sowie Stadtplaner Leonard Weiche aus der Stadtverwaltung Mannheim dabei.

Los ging es an der Sportsarena neben dem Alten Kino Franklin. Dort hat unsere Fraktionsvorsitzende Gabriele Baier neben einer kurzen Einführung in die Geschichte des Areals einen ersten Einblick in den derzeitigen Entwicklungsstand gegeben. Für das „Modellquartier Franklin“ gilt, dass ca. ein Drittel der Fläche unbebaut bleiben und als Freiraum für alle erhalten werden soll. Mit dem autofreien Rundweg Loop sowie der Europaachse sollen zudem schnelle Verbindungen zwischen den einzelnen Quartieren geschaffen werden.
Folglich war nach einer kurzen Fahrt der erste Zwischenstopp die Stelle, an der der Loop die Abraham-Lincoln-Allee das erste Mal kreuzt: An diesem stark frequentierten Übergang existieren weder eine Ampel noch ein Zebrastreifen. Die Stelle wird insbesondere von Schülerinnen und Schülern, welche mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Franklin School sind, stark genutzt. Hier muss städtebaulich dringend nachgearbeitet werden. Die Forderung stellten auch Vertreterinnen des Bürgervereins „MeinFranklin“ auf der Fahrradtour.
Im Anschluss ging es dann weiter zur Franklin Church. Hier erläuterte Bezirksbeirätin Yvonne Jacobi den aktuellen Umsetzungsstand zu einem neuen Zentrum für Kultur und Begegnung. Neben den klassischen Sonntagsangeboten der Kirchen solle es ab 2028 Raum für Kulturveranstaltungen, Ausstellungen und Familienangebote geben. Hierzu laufen derzeit große Umbauarbeiten im Innenbereich. Nach derzeitigem Planungsstand sollen nach Fertigstellung ein Zusammenschluss aus fünf Institutionen das Gebäude gemeinsam nutzen.

Einen ganz besonderen Ausblick bot dann die dritte Station auf der Tour. Auf der Aussichtsplattform der neuen Grünen Mitte konnten die Teilnehmer*innen bei schönstem Spätsommerwetter das gesamte Quartier überblicken und sich selbst ein Bild über die momentanen Bautätigkeiten machen. Der Stadtplaner Leonhard Weiche erläuterte die aktuellen Planungen, anstehenden Projekte und Probleme, sowohl im Wohnungsbau mit seinen Neubauten, aber auch den Sanierungen der alten Wohnquartiere, als auch in der Nahverkehrsplanung und zur Parksituation im Quartier.
Weiter ging es dann zum letzten Stopp an diesem Tag: zur Franklin Schule. Doch schon beim Weg dorthin zeigte sich, dass auch in Neubauquartieren die unterschiedlichen Verkehrsarten, insbesondere der Fahrradverkehr, immer noch nicht ausreichend in der Planung beachtet werden. So teilen sich auf der Thomas-Jefferson-Straße Straßenbahn und der Fahrradverkehr, der an dieser Stelle keinen eigenen Radstreifen hat, die Fahrbahn. Was zu den bereits bekannten Problemen wie in anderen Stadtteilen, wie zum Beispiel in Seckenheim auf der Hauptstraße oder in der Schwetzingerstadt in der Seckenheimer Straße, führt. Radfahrende können mit den Reifen in die Spurrillen der Schienen kommen und sich schwer verletzen. Auch hier muss dringend nachgebessert werden.
Vor der Franklin Schule erläuterte dann Bürgermeister Dirk Grunert die aktuellen Entwicklungen im Bereich Schule und Bildung im Quartier. Mit der Franklin-Schule hat die Stadt eine vierzügige Grundschule im Ganztagsbetrieb aufgebaut. Sie bietet für derzeit rund 400 Schülerinnen und Schüler einen modernen und freundlichen Lernort.
Den Abschluss machte dann Bezirksbeirat Matthias Pitz mit einer Übersicht über die aktuelle Situation beim ÖPNV im Stadtteil und generell. Insbesondere die neue Linienführung der Linie 16, welche zukünftig Franklin mit der Innenstadt, dem Hauptbahnhof und das neue Glückstein-Quartier verbinden soll, wurde ausführlich besprochen.
Die Fraktion bedankt sich vielmals bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für den äußert interessanten Austausch und die vielen Fragen und Themen, die eingebracht worden sind. Insbesondere bedanken wir uns auch bei Dirk Grunert und Leonard Weiche für den Input aus der Stadtverwaltung und natürlich unseren beiden Bezirksbeirät*innen Yvonne Jacobi und Matthias Pitz.