Mehr als 60 neue Parkplätze, dafür kein Radschutzstreifen mehr: So soll die Feldbergstraße zwischen Moll-Gymnasium und der Zufahrt zur Notaufnahme des Lanz-Klinikums nach den derzeit bekannten Plänen der Verwaltung bereits Anfang 2027 umgestaltet werden. Der vorhandene Schutzstreifen und das Halteverbot sollen entfallen. Autos und Radfahrende sollen sich die Fahrbahn künftig teilen.
Die Gemeinderatsfraktion Die GRÜNEN/ Die PARTEI sowie die GRÜNEN Bezirksbeirät*innen aus Neckarau und Lindenhof sind gegen diese Pläne. Die Feldbergstraße ist eine wichtige Verbindung für Schülerinnen und Schüler des Moll-Gymnasium und ist im städtischen Radschulwegplan als Radverkehrsverbindung ausgewiesen. Die Bedeutung der Strecke zeigen auch die Zahlen der Stadt: Bei einer Verkehrszählung wurden innerhalb von 24 Stunden 625 Radfahrende erfasst, allein in der morgendlichen Spitzenstunde waren es 128.
„Das ist die falsche Prioritätensetzung“, erklärt Christina Eberle, sicherheits- und ordnungspolitische Sprecherin der Gemeinderatsfraktion Die GRÜNEN/Die PARTEI. „Hier fahren jeden Morgen Kinder zur Schule. Die Stadt hat diese Verbindung selbst als Radschulweg ausgewiesen – und will jetzt ausgerechnet dort den vorhandenen Schutz für Radfahrende beseitigen. Das ist für uns nicht nachvollziehbar. Schon heute ist die Situation problematisch: Der Radschutzstreifen wird regelmäßig zugeparkt, Kinder werden zu schnell und teilweise gefährlich knapp überholt. Viele Schülerinnen und Schüler fühlen sich auf ihrem Schulweg deshalb unsicher. Mit mehr Parkplätzen, weniger Platz auf der Fahrbahn für Radfahrende und zusätzlichem Parksuchverkehr würde sich die Situation weiter verschärfen.“
„Wir sind schockiert, dass ausgerechnet auf einer wichtigen Schulwegverbindung bestehende Radinfrastruktur zurückgebaut werden soll, um zusätzliche Parkplätze zu schaffen. Kinder und Jugendliche müssen sich sicher und selbstständig mit dem Fahrrad bewegen können. Gerade auf Schulwegen darf die Sicherheit der Kinder nicht zugunsten von Parkplätzen gefährdet werden. Wir erwarten, dass diese Planungen gestoppt werden und zunächst Schulen, Eltern und Bezirksbeiräte einbezogen werden, bevor Fakten geschaffen werden“, erklärt Anna Knowles, GRÜNE Bezirksbeirätin aus Neckarau.
„Der Vorrang von Parkplätzen zuungunsten des Radverkehrs ist nicht akzeptabel. Ich bin sicher, dass die Verkehrsplaner*innen der Stadt zu besseren Lösungen kommen. In Gesprächen mit der Klinik lassen sich wahrscheinlich Parkmöglichkeiten auf dem Gelände finden. Mein Dank gilt auch den Bezirksbeirät*innen, die sich z.T. fraktionsübergreifend dazu klar geäußert haben“, so Gerhard Fontagnier, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion.
Tamara Beckh, Bezirksbeirätin auf dem Lindenhof ergänzt: „Sichere Schulwege sind für uns nicht verhandelbar. Wenn wir wollen, dass Kinder selbstständig zu Fuß und mit dem Rad zur Schule kommen, müssen wir ihnen dafür sichere Wege anbieten. Zusätzlicher Parkdruck darf nicht dazu führen, dass wir bei der Verkehrssicherheit einen Schritt zurückgehen. Bevor hier bestehende Radinfrastruktur entfernt wird, müssen der tatsächliche Bedarf und sichere Alternativen transparent geprüft werden.“
Unsere Forderung ist deshalb klar: Keine zusätzlichen Parkplätze im öffentlichen Straßenraum der Feldbergstraße. Wenn das Krankenhaus zusätzlichen Parkraum benötigt, muss dieser auf dem Klinikgelände geschaffen werden.
Auch das Verfahren kritisieren wir scharf: Eine weitreichende Veränderung eines wichtigen Schulwegs darf nicht im Hauruckverfahren beschlossen werden. Die konkreten Planungen müssen offengelegt und rechtzeitig öffentlich beraten werden – unter Beteiligung der betroffenen Schulen, Kitas sowie Schüler- und Elternvertretungen und in den zuständigen Bezirksbeiräten und im Gemeinderat.