In der Vielfalt Mannheims liegt eine große Stärke, die stetig gepflegt werden muss. Wir wollen Akzeptanz, Gleichberechtigung und Integration fördern, um allen Menschen vorbehaltlos einen Platz in der Stadtgesellschaft zu bieten.
Uns liegt eine Stadtgesellschaft am Herzen, die durch Chancengleichheit in allen Lebensbereichen, Gerechtigkeit und offenes Denken geprägt ist, vielfältige Lebensweisen fördert und Angriffe dagegen abwehrt. Hierfür muss auch das Mannheimer Bündnis für ein Zusammenleben in Vielfalt weiter gestärkt und mit Leben gefüllt werden. Wir fordern, dass die Stadt diese Anstrengungen auch weiterhin finanziell unterstützt.
- Gleichberechtigung von Anfang an: Kinder aller Geschlechter und Geschlechtsidentitäten werden bereits früh mit unterschiedlichen Geschlechterrollen konfrontiert. Dies schränkt alle Kinder ein und mündet insbesondere für viele heranwachsende Mädchen in einem geringeren Selbstvertrauen, was sich auch in einer problematischen Einschätzung des eigenen Körpers äußern kann. Wir Grüne uns dafür ein, dass die Mannheimer Leitlinien zur Förderung der Mädchenarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe aktiv umgesetzt werden.
- Gleichstellung umsetzen: Der Gemeinderat Mannheim hat 2011 die Europäische Charta zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene bewilligt und im Haushalt durch entsprechende finanzielle Mittel verstärkt. Wir werden darauf achten, dass die Charta wie gefordert weiter realisiert wird und wollen Gender Budgeting, die geschlechterbezogene Bewertung des städtischen Haushalts, stufenweise verwirklichen.
- Belange von FINTA* gleichberechtigt berücksichtigen: Häufig richtet sich Politik an den Interessen und Belangen von cis Männern (Männer, die von außen als Männer angesehen werden und sich auch selbst als solche identifizieren) aus. Die Auswirkungen auf FINTA* (Frauen, inter*, nicht-binäre, trans* und agender Personen) werden dagegen meist nicht beachtet. Wir treten dafür ein, dass Politik für alle gemacht wird und die Belange von FINTA* in allen Politikfeldern genauso berücksichtigt werden wie die von cis Männern.
- Schutzräume zukunftsgerecht ausstatten: Die Präventionsarbeit gegen Gewalt an cis und trans* Frauen sowie die emanzipative Männerarbeit müssen gestärkt werden. Sie müssen früher und auf verschiedenen Ebenen ansetzen und weiter institutionalisiert werden. Körperliche und psychische Gewalt tritt nicht nur in Beziehungen, sondern auch innerfamiliär auf. Daher benötigen viele Kinder, cis und trans* Männer, nicht-binäre, inter* und agender Personen auf sie angepasste Hilfsangebote und Zugang zu eigenen Schutzräumen.
- Arbeitsplätze integrativ gestalten und Inklusion in allen Lebensbereichen
Gegen Rassismus und rechte Gewalt!
Wir setzen uns konsequent für eine offene Gesellschaft ein. Der Anteil rechter Gewalt ist im Vergleich zu anderer politisch motivierter Gewalt signifikant höher. Auch Gewaltandrohungen im Internet und Cybermobbing haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Das dürfen wir so nicht hinnehmen. Wir Grüne ermutigen alle Mannheimer:innen zu Zivilcourage und möchten dafür ein stärkeres Bewusstsein schaffen.
In Mannheim ist kein Platz für Rassist:innen, Antidemokrat:innen und jegliche Form von Gewalt!
Wir setzen uns insgesamt gegen Aktivitäten zur Wehr, die sich zunehmend in der Mitte der Gesellschaft zu verorten versuchen, aber diskriminierend sind, wie Islamophobie, das Schüren von Ängsten gegen „Fremdes“, Antisemitismus, Verschwörungsmythen, Antiziganismus, Antifeminismus, Homophobie, Transfeindlichkeit und den Missbrauch alternativer Jugendkulturen. Mannheim muss weiterhin als offene und vielfältige Gesellschaft erhalten und geschützt werden. Aktuell findet kein hinreichender gesellschaftlicher und politischer Diskurs über im Alltag erlebten Rassismus und die damit verbundene Erschwerung von Integration statt.
Sichtbarkeit für queeres Leben!
.Um zu gewährleisten, dass queeres Leben in Mannheim auch weiterhin genügend Raum findet, muss eine dauerhafte ausreichende Finanzierung des Queeres Zentrum Mannheim (QZM) und von PLUS (Psychologische Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar e. V.) gegeben sein und an laufenden Bedarfen angepasst werden.
Mannheim hat die zweitgrößte queere Community in Baden-Württemberg. Darauf kann die Stadt stolz sein!
Mit seinem vielfältigen Szeneangebot lockt Mannheim immer mehr LGBTIQA+- Tourist: innen an. Das Stadtmarketing sollte dies auch weiterhin gezielt bewerben und dadurch deutlich mehr Besucher:innen gewinnen. Die Vielfalt queerer Angebote in Mannheim und der Erhalt dieser Vielfalt sind wichtig. Wir wollen die Geschichte queerer Menschen in Mannheim aufarbeiten und auch besondere Orte queerer Geschichte in Mannheim sichtbar machen. Dabei legen wir vor allem Wert auf die lesbische und bisexuelle Sichtbarkeit. Das Marchivum soll diesen Teil der Stadtgeschichte mit aufarbeiten und darstellen.